Geschichte
Den wirklichen Durchbruch schaffte Tee mit der Ausbreitung des Buddhismus. Tee und Buddhismus sind in Ostasien eine fast untrennbare Symbiose eingegangen. Einer der Mönche, der nach dem Studium in China nach Japan zurückkehrte, war Eichu - mit Tee im Gepäck: Eine Sensation! Die Neuigkeit erweckte das kaiserliche Interesse, der damalige japanische Tenno höchstpersönlich besuchte Mönch Eichu im Tempel Sufukuji und bekam dort eine Tasse Tee serviert. Der Tenno war derart beeindruckt, dass er den Teeanbau im kaiserlichen Palastgarten anordnete, interessanterweise nicht in der Ecke der Zierpflanzen, sondern in der Abteilung für medizinische Gewächse. Die Zubereitungsart von Matcha wurde etwa im 9. Jahrhundert entwickelt. Buddhistische Mönche in China (Chang-Buddhismus, aus dem sich später in Japan der Zen-Buddhismus entwickelte) wollten aus Tee Medizin herstellen. Wie in der traditionellen ostasiatischen Medizin üblich, trockneten sie die Teeblätter und vermahlten sie anschliessend in Steinmühlen zu einem sehr feinen Pulver: Matcha. Matcha wurde mit warmem Wasser aufgegossen und mit Hilfe von einem speziellen Bambusbesen (Chasen) aufgeschlagen. Der Abt Eisai nahm anno 1191 Teesamen in grösseren Mengen zusammen mit einer revolutionären Erfindung nach Japan, die für die einzigartige Herstellung vom Matcha benötigt wird – Eine Steinmühle! Eisai verfasste auch die erste Abhandlung über Tee, das „Kissa Yojoki“ – Das Buch vom Tee trinken und seiner erstaunlichen Wirkung auf die Gesundheit“ (1211). So liest man in seinem Buch: „Tee ist ein Elixier für gute Gesundheit und ein wunderbares Mittel, das Leben zu verlängern. Der Zen-Buddhismus entwickelte seine eigene stille und beschauliche Art, Tee zu zelebrieren. Sen no Rikyu hatte schliesslich 1570 die japanische Teezeremonie endgültig geformt – bis heute hat sich daran nichts geändert. Die Teezeremonie ist im Übrigen kein elitärer Zirkel ohne Bezug zur realen Welt. Im Gegenteil: Das Ritual des Teetrinkens hat Japan geprägt wie kein zweites Land. Religion, Philosophie, Dichterkunst, Architektur, Blumensteckkunst, Malerei aber auch Handwerke wie Holzschnitzkunst, Tischlerei und Töpferei sind stark durch den Tee geprägt. Hieraus entstand allmählich eine Form mit strengen Regeln, die schliesslich in der japanischen Teezeremonie (Chanoyu) gipfelte. |





